An Mama

Am Tag nach Deinem Tod sind wir an den See gefahren – ein wunderbar schillernder Herbsttag. Das Laub leuchtete, der Himmel strahlte, das Wasser glitzerte, und ich war in Gedanken nur bei Dir.

Es war seltsam, wie plötzlich jeder Grashalm, jedes Blättlein im Wind zum Zeichen wurde. Aber ich hatte plötzlich das Gefühl, Dich genau dadurch bei mir zu haben. Fast so, als würde der Wind mich durch Dich streicheln. Ich sah durch meine Kamera nicht nur Mini-me und die hübsche Landschaft – ich sah plötzlich Dich.

blätter im wind

Du würdest mir jetzt einen Vogel zeigen, wenn Du das lesen könntest – aber als ich jenes kleine gelbe Birkenblättchen, das im Wind hin und herflatterte, erblickte, warst Du plötzlich da. Und als ich später das Foto wieder ansah, traf mich das gleiche Gefühl wieder. Und ich war Dir plötzlich wieder so nah. Und noch heute – nach einem ganzen Jahr – bin ich es.

Mini-me hat recht – komm wieder von Deiner Wolke runter, komm zu uns. Ich vermiss Dich, Mama.

Blätter im Wind#

28. September 2014 von Mrs. Popsock
Kategorien: Aus`m Leben | Schlagwörter: | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Dein, euer Verlust tut mir Leid, aber ich muss es einfach sagen, auch wenn der Text nicht gerade nach einem Kommentar schreit – ein Gedicht, dieser Eintrag!
    Halte die Momente gut fest, they easily slip away.
    Anna

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