Let the spring begin – mein mintgrüner neuer Mantel

Irgendwie is bei uns der Wurm drin. Seit November. Erst war es eine Lungenentzündung. Danach folgte gleich noch eine Mittelohrentzündung. Diverse Infekte waren nicht der Rede wert, bis dann letzte Woche Magen-Darm mit anschließender fieser Grippe auf dem Programm stand. Diese Woche haben wir eine fette Bronchitis zu bieten. Und all die leckeren Sachen hier gibt es immer potenziert mal Vier. Erst Mini-me, dicht gefolgt von Mr. L. und mir und dann steigt meist die Spannung, ob Mini#2 auch noch dran glauben darf. Nervenkitzel inklusive. Deshalb sage ich es hier und jetzt ganz klar:

ICH WILL FRÜHLING.

Gut, der Wetterumschwung bringt meist auch noch nette Viren auf den Plan, aber wenigstens gibt es Blumen, Vogelgezwitscher, Sonnenstrahlen – und Heuschnupfen.

frühling-tit

Ok, lassen wir das. Ich hatte jedenfalls während der letzten Tage am Rande meiner Verzweiflung einen kurzen Anflug von optimistischer Frustration. Ich habe mich ins Internet gestürzt, nachdem in der Stadt recht wenig zu holen war, was allerdings auch an einem halbjährigen Baby gelegen haben könnte, das durch Zara & Co. Gerne getragen wird, um besser die Mode von morgen begutachten zu können. Und ja, die Therapie war äußerst erfolgreich. Ich habe i h n gefunden, meinen Frühlingsmantel. Oversize, pastellgrün, und es war Liebe auf den ersten Blick. Und das bei Monki!

Nein, frau verstehe mich nicht falsch, ich habe so gar nichts gegen den Laden, nur irgendwie ist er eben nicht für mich.

Zu Zara gehe ich und fühle mich aufgefangen, bestärkt, umschmeichelt. Zu Monki gehe ich (nie) und bin gefangen zwischen einem superlautem Design des Ladens und tausenden Hipstersachen, die sicher hübsch sind, aber eben für 18jährige. Ja, auch wenn sich jetzt jede zweite hier vielleicht an den Kopf greift – bei Monki fühle ich mich wie eine Oma, die sich bei pimkie auf jung zu drillen versucht.

ABER umso schockierter war ich, als ich meinen pistaziengrünen Mantel dort erblickte.

Der Rest ist Geschichte, und zwar ne gute.

Meine Nachbarin ist nämlich auch eine Frau Monki. Ich ihr also den Link des Mantels geschickt, frau muss ja abchecken, ob besagtes Teil auch live und in pistaziengrüner Farbe so schön ist. Antwort kam prompt: JA. So bin ich letzten Montag zu ihr in den Laden gepilgert. Yipp, das heiße Teil stand mir vortrefflich, also konnte sie es für mich im V.I.P. Shopping zur Hälfte erlegen. YEAH. Da sie aber recht spät von Arbeit kommt, und Mini-me gegen 21.00Uhr nicht mehr unbedingt neugierig zur Tür tigern soll, ließ ich ihr à la Mission Possible das Geld in meinen Schuhen vor der Tür. Ich saß auf der Couch und hörte es draußen eifrig knistern – so wie Frau Monki es geplant hatte, war sie punkt 20.45 Uhr vor unserer Wohnungstür. Ich musste lachen- ich konnte mir nur allzugut vorstellen, wie sie zwischen der gerade dort niedergelegten Mülltüte mit vollen Windeln, dem Altpapier und dem Messie-Regal voller Kisten, Lampen ohne Schirm, oller Gummistiefel einen Platz für das noble Jäckchen suchte. Und sie fand einen – genau neben den Schuhcremes. Die glänzende Tüte wäre nicht mal den Hausmeister beim Durchfegen aufgefallen, geschweige denn einem Einbrecher. Sie war so gut geparkt, dass ich sie erst am nächsten Nachmittag ins traute Heim hinein holte. Asche auf mein Haupt.

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Und nun warte ich mit dem guten Stück im Schrank auf Frühlingssonne pur. Und ja, ich werde dahinschreiten wie eine Königin. Weg vom Wintergrau, zerzausten Haaren im Undone Look – tja, eben weil sie undone sind. Eine Jogginghose habe ich nicht im Repertoire, aber mit Johannas Post letztens kann ich mich mehr als identifizieren….

Auf dem Weg zur Kita bin ich auch nachmittags ungeschminkt, habe Haare auf halb 8, sehe generell aus wie “Ätsch” und bin immer im Schlabbershirt – man muss ja aufs Bespucken von #2 vorbereitet sein. Und es is sooo krass, wie ich dann in der Kita die gestylte Mutter auf dem Weg zur oder von Arbeit bewundere und quasi vor Neid platze … Oder auch besorgt bin, ich könnte ausehen wie die Muddi vom Dienst. Aber gut, wenn schon, dann wie ne coole Muddi.

Doch ganz egal –  mit meinem Mäntelchen wird alles anders. Punkt.

08. Februar 2015 von Mrs. Popsock
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