Mein liebster Leipzig-Moment 2013 – Adelinas Blogparade

Derzeit toben überall Jahresrückblicke und Neujahrsvorsätze – keins davon ist so recht meins. Daher finde ich Adelinas Idee einer Blogparade auch so charmant – ihr Blog leipzig leben ist wohl der beliebteste unter den Leipzig Blogs, vielleicht sogar der größte, Und er hat Geburtstag – gäbe es also einen besseren Zeitpunkt, nach dem schönsten Leipzig-Moment 2013 zu fragen? Ganz klar: Nein.

Falls jetzt jemand erwartet, dass ich die Party des Jahres beschreibe oder das V.I.P.-Evnt Leipzigs, bitte ich um Entschuldigung – mein Lieblingsmoment in Leipzig 2013 ist ein anderer. Klitzeklein, persönlich und fast schon unscheinbar. Und er ist trotzdem auswechselbar, denn er kehrt jedes Jahr wieder.

 

Immer wenn das Flugzeug Dubliner (ja, Dublin, kein Denk- oder Schreibfehler!) Boden berührt, mich Mr. L. mit strahlend-sentimentalen Augen ansieht und nur mit seinen blauen Leuchteaugen sagt: „Finally at home“, fühle ich mich zuhause. So richtig. Die Flugzeugtür öffnet sich, wir steigen aus, und an der Aussicht gibt es nichts Spektakuläres, schließlich sind wir auf einem Flughafen, aber wir sind auf irischem Boden. Und jedes Mal habe ich einen klitzekleinen Kloß im Hals vor Glück. Die Reise (mit Kleinkind – jeder kann sich vorstellen, dass das alles andere als entspannt abläuft), der Stress, die Alltagssorgen fallen einfach von mir ab, ich fühle mich frei und einfach aufgehoben, geborgen. Und ich freue mich wahnsinnig auf unsere Familie, auf all die Freunde, die uns besuchen werden (bis es mir nach gut einer Woche dann reicht und ich einfach nur mal meine Ruhe will) und darauf, einfach nur dort zu sein. Für uns ist unser jährlicher Irlandtrip kein Urlaub in dem Sinne, es ist unser Zuhause, in dem wir so oft einfach nur grinsend bei einer Tasse Barrys Tea sitzen, mit dem Auto (ja, das ist unser Urlaubsluxus) zu Tesco oder durch die Prärie fahren, mit Freunden Essen gehen und quasi jedes Jahr das Gleiche erleben. Klingt langweilig, ist aber einfach nur wunderbar.

 Irland3 Irland2 Irland Irland auf dem Rad Fußball bei Granny

Was das mit meinem Leipzig-Moment zu tun hat? Ganz einfach. Wenn wir zurückfliegen, sind wir traurig, müde und träumen einmal mehr von einem Leben auf der Insel. Vielleicht (hoffentlich!) wird sie irgendwann zu unserem einzigen Zuhause, das wäre grandios.

Kommen wir aber in Leipzig an und steigen in die Straßenbahn, fühle ich jedes Jahr fast an der gleichen Stelle, nämlich spätestens am Augustusplatz, das Gleiche: Ich schaue aus dem Fenster, lasse Oper, Gewandhaus an mir vorbeiziehen, schaue in die Innenstadt hinein und weiß: Ich komme gerade nachhause. Und wieder ist er da, dieser klitzekleine Moment von Geborgenheit und Glück. Leipzig ist unser Lebensmittelpunkt. Seit Studienzeiten lebe ich hier, hier haben der Mann mit den Leuchteaugen (gemeint bist Du, Hon!) und ich uns kennengelernt, hier haben wir geheiratet, hier leben wir in unserer Puppenstubenwohnung, hier wurde unsere Sonne geboren, und hier ist es: Unser Leben. Gleich darauf ist der Zauber auch schon wieder weg, ich denke sofort an die Wäsche, die ich in die Waschmaschine stopfen werde, an das Mittagessen, auf das Mini-me brennt, doch selbst darauf freue ich mich.

Denn auch das gehört zu meinem liebsten Leipzig-Moment, dem Gefühl von Zuhause.

05. Januar 2014 von Mrs. Popsock
Kategorien: Aus`m Leben, Zuhause | Schlagwörter: , , , , , , | 1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert