Mein Stern & die Apfel-Zimt-Küchlein – Über die Zauberei eines Lächelns

Wie hat das nur meine Mama hinbekommen, frage ich mich manchmal. Genau eben an solchen Tagen, an denen alles doof zu sein scheint. Frau flippt wegen jeder Kleinigkeit aus, ist traurig und mag sich selbst nicht leiden. Ich bin mir sicher, solche Tage hatte meine Mutter auch (wer nicht!), aber sie hat es mich nie spüren lassen. Wundersam, denke ich dann und ziehe innerlich meinen imaginären Hut vor ihr.

Und dann passiert das Folgende:

Meine Sonne kommt zu mir und fragt mich: „Du traurig, Mama?“ „Ja, bin ich.“ Und sie erwidert mit mütterlich-altkluger Stimme (ach herrje, klinge ich sonst etwa so? Irgendwoher muss sie das ja haben, sonst könnte sie es nicht so gut kopieren… – Bei diesen Gedanken muss ich schon wieder lachen.), jedenfalls sagt sie: „Ich bin hier Mami.“ Und ich fühle mich tatsächlich getröstet. Und manchmal fließt dann doch eine Träne, denn dann sagt sie mir, mir dabei wie einem kranken Hund über den Kopf streichelnd: „Ich hab Du lieb, Mami!“ Und schon muss ich unter Tränen lachen.

Dann bin ich versöhnt mit allem Doofen der Welt. Meine Sonne ist eine Zauberin, eine absolute Bibi Blocksberg, die einer ihrer Fernsehlieblinge ist, obwohl sie sich immer ärgert, dass durch ihr eigenes „Hex-Hex!“ eben doch ihr Zimmer nicht aufgeräumt wird oder der Fleck nicht verschwindet. Aber sie schafft es, mir ein Lächeln auf’ s Gesicht zu hexen.

Sie ist einfach sie und noch nicht einmal ganze drei Jahre alt. Wahrscheinlich erklärt das auch vieles – denn die Zahlenangabe ist gleichzusetzen mit „anstrengend“. Sie bricht ohne für mich ersichtlichen Grund in Tränen aus, läuft vor Wut dunkelrot an, wenn sich die Dose von ihrer Hand eben nicht öffnen lässt, plappert unentwegt (woher soll sie auch wissen, dass Schweigen Gold sein kann), zeichnet mit ihren in Ketchup gebadeten Händen Muster auf den Küchentisch (Schnappatmungsgefahr!), erklärt mir, wie ich den Staubsauger richtig halte (Wieso macht auch die olle Mutter immer alles falsch?!) oder ich (!)mit ihrer Spielzeugkamera ein Foto von ihr machen kann, kriegt einen Schreikrampf, wenn die Bettgehzeit naht und schläft unter Garantie sowieso erst nach 10 ein (ausgenommen, sie lässt den Mittagsschlaf weg, dann brauchen wir aber die doppelte Portion Nerven am Nachmittag…), ruft uns gefühlte 600 Mal abends an ihr Bett, schließlich braucht sie zuerst noch eine Geschichte, dann einen neuen Schnuller, danach etwas zu trinken, um zum Schluss unbedingt noch mal aufstehen zu müssen und verschmitzt lächelnd einen „Poo“ zu erzwingen – mit ihren fast drei Jahren hat sie beizeiten herausgefunden, dass das immer als Grund durchgeht, um aufstehen zu können.

Jetzt, wo ich all die Kleinigkeiten hier aufschreibe, die mich an solchen Tagen zur Weißglut treiben, zaubern sie mir ein Lächeln aufs Gesicht, will ich ja keine Sekunde davon missen. Ja, ihr „Hex-Hex“ scheint zu wirken. Immer.

Und das ist dann wieder mein Ansporn. Irgendwie ist alles gar nicht so schlimm, schließlich habe ich doch sie und Mr. L. ( won`t you worry, hon!). Und sie ist mein Stern, so wie ich der Stern meiner Mama war.

Eins ist klar: Wenn ich groß bin, will ich so werden wie Du, Mama!

Um, übrigens dem Glücksgefühl noch ein Krönchen aufzusetzen, haben Mini-me und ich Apfel-Zimt-Küchlein gebacken, die einfach nur eines sind: GRANDIOS!

Will jemand mal kosten? Dann kommt hier noch das Rezept und ein bißchen Glücksduft in Bildern zum Glücklichwerden.

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Mrs. Popsocks

Apfel-Zimt-Küchlein

Man nehme:

2 Äpfel- geschält, entkernt und in Stücke geschnitten

4 Eier

320 g g Mehl

300 g Zucker

4 TL Zimt

1 Päckchen Vanillezucker

½ Päckchen Backpulver

200 g Margarine/Butter

Und dann?

apfel-zimt-küchlein mit vintagelöffel

Alle Zutaten (außer die Äpfel) in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät zum Teig verkneten. Die Äpfelchen unterheben. In kleine Förmchen geben (ca. 2/3 voll) geben und bei 180 Grad im vorgeheizten Ofen mindestens eine halbe Stunde backen. Mit einem Holzstäbchen testen – wenn kein Teig mehr kleben bleibt, sofort aus dem Ofen nehmen. Die Backzeit variiert je nach Größe der Förmchen und der Menge des Teiges. Also am besten regelmäßig reinschauen. Am leckersten sind die Küchlein, wenn sie in der Mitte noch etwas feucht sind.

Achtung: Glücksgefühl-Gefahr! Allein schon der Zimtduft, der sich in der ganzen Wohnung ausbreitet, zaubert Strahleaugen.

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13. November 2013 von Mrs. Popsock
Kategorien: Aus`m Leben, Rezepte, Zuhause | Schlagwörter: , , , , , , , | 1 Kommentar

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