Urban Gardening & Mandel-Buttermilch-Kuchen

Manchmal gibt es so Tage, an denen ich alles gleichzeitig mache und irgendwie weder Pausen noch ein Ende kenne. Wie letzten Sonntag. Sicher war es der allererste Frühlingssonntag mit viel Sonne, Wärme und dem Gefühl, j e t z t etwas tun zu müssen. Und aus dem Etwas wird dann halt schnell alles.

 tit-blumenschnitt-beute-IMG_7169

Der Tag begann mit einer entzückenden Unterhaltung morgens im Bett:

 

Mini-me: “Get up, Daddy, I wanna have breakfast.” Mr. L: “But Mummy could get up and make breakfast.” Ich: “But you are the Breakfast Man!” Mini-me: “Ya daddy, you are the Breakfast Man and Mummy is the Shower-Woman!”

 

Hätte ich gerade meinen morgendlichen Orangensaft getrunken, hätte ich ihn sicher über das Bett geprustet. So bin ich einfach nur – nach dem morgendlichen Bloggen – aufgestanden und zur Dusche gegangen, ich muss schließlich meinem Shower-Woman-Ruf gerecht werden. Und danach hat es mich gerappelt – die Wäsche musste weg, das Küchenregal gesäubert und ausgemistet (wird Backpulver eigentlich schlecht? Keine Ahnung, habe einfach mal die Backzutaten von anno dazumal in den Müll gestopft), Mittagessen vorbereitet und gekocht, dem Abwasch gefrönt, nebenbei den Mixer angeworfen und den einfachsten Easy-Peasy-Kuchen der Welt zusammengerührt werden (Tipp: Stellt man die Schüssel in die Spüle und lehnt das Mixgerät dort ordentlich in die Teigmasse, muss man nix halten – der Teig mixt von ganz allein!). Selbstverständlich geschah dies alles mit der Unterstützung meines weltbesten Mr. L. – ohne seine Freude am Spielen mit Mini-me wäre ich nicht nur ein nervliches Wrack, unsere Wohnung würde dazu noch aussehen wie nach dem Krieg, schließlich kommt man mit Kind im Schlepptau, das nicht gerne alleine spielt (Achtung Untertreibung! Wenn man nicht sofort mit ihr spielen geht, bricht sie in Tränen und einen Schreikrampf aus, der sich gewaschen hat), einfach zu nichts. Aber so konnte ich schalten und walten, das Lob für ein feines Mittagessen einheimsen samt der Bewunderung, wann ich denn noch den Kuchen gemacht hätte. Hach, Superwoman war in ihrem Element! Die Rückenschmerzen  und Schweißperlen auf der Stirn lassen wir mal außer acht – macht sich nicht so gut im Bild.

 vorbereitungen urban gardening

Aber bevor ich abhebe, komme ich noch zum eigentlichen. Bei 20 Grad drehen nicht nur die Glücksgefühle durch, mich hat einfach die Gärtnerlust übermannt. Vielleicht lag es auch daran, dass Mini-me seit Wochen Blümchen pflanzen und auf dem Balkon sitzen will. Samstag in der Stadt habe dann Ranunkeln, Tausendschönchen (Bellis) und Vergissmeinnicht in mein Körbchen gestopft und bin mit dem Plan in der Tasche, die Pflänzchen in die Erde zu bringen, nach hause geeilt. Und Mini-me war einfach nur begeistert. Sie holte Sonntag ihr Sandeimerchen, füllte es mit Wasser, um die Kästen wenigstens etwas zu entkeimen (ein wagemutiges Vorhaben!), schaufelte dann Erde hinein, drückte die Blümchen vorsichtig fest und goss sie professionell. Dann zog sie mit der Schere los, um Gänseblümchen von der Wiese zu schneiden und war völlig in ihrem Element. Die neue Sonnenmütze wurde selbstverständlich dazu getragen als verstünden die Pflanzen erst recht etwas von Mode – es war einfach Zucker!

 Blumenschnitt & Beute

Wieder oben auf Balkonien angekommen, wusch sie dann mit feurigen Bäckchen den Holztisch ab, der leider nun nicht mehr hell ist, sondern durch den Wintereinfluss grau und schäbig anmutet, aber shabby chic ist ja bekanntlich in… (Ich mag zwar keine Tischdecken, aber es wird wohl doch eine Balkondecke geben müssen…) Und nach der nächsten Runde Spielplatz mit Mr. L. saßen wir inmitten der neuen Pflänzchen mit dem frischen Mandelkuchen und waren einfach nur glücklich. Noch ein Snack mit der Nachbarin vom Nebenbalkon, der mir zwei mögliche Hebammenoptionen einbrachte – so langsam muss ich mich ja mal kümmern – und schon war aus meiner kleinen Balkon-Welt eine gänzlich heile Welt geworden. Eben für diesen Tag, und das in staubigen Schlumpi-Klamotten – ja, ich habe meine einzige Jogginghose hervorgekramt, die auch noch in einem Kack satten Braun dahin-asselt (ja, ich gehöre wie schon meine Mutter zur Fraktion: Jogginghosen sind Assi.)

 rranunkeln & tee

Montag hatte ich dann leider Muskelkater im A…nderswo, aber da bleibt wenigstens alles straff, oder? Und nun hoffe ich auf noch viele solcher Sonntage – schließlich haben wir auch Balkon-Tomaten und Möhrchen ausgesät, auf Wunsch der kleinen Agrarmeisterin… Falls die Möhren im Kübel (!) nichts werden, werde ich eigenhändig welche in den Pott stopfen, wollen ja unsere Gärtnerin nicht enttäuschen. Das scheint es also zu sein, was man heute unter Urban Gardening versteht…

tausendschönchen-bellis smile behind the flower-IMG_7153 mein taussendschönchen-IMG_7154 gänseblümchen-IMG_7171 buttermilch-mandelkuchen-IMG_7197 tee auf balkonien-IMG_7208 tee und kuchen-IMG_7212

 

06. April 2014 von Mrs. Popsock
Kategorien: Aus`m Leben, Dekoration, Zuhause | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert