Irischer Herzschmerz, die Zweite: Cathal Sheahan

 Leute, die richtige Stars und Künstler kennen, sind cool, dachte ich immer. Die gehören zu den Bands dazu, sind genauso unerreichbar – habe ich geglaubt. Von den Stars mal ganz zu schweigen – mit so einem „richtigen“ Sänger eben wie Glen, Bono oder Mick kann man nicht eben `mal ein Bier trinken gehen. Die antworten nicht einfach so auf E-Mails oder gehen ans Telefon. Und nun gehöre ich quasi zum – früher so definierten – Hipster-Kreis. Nein, ich singe nicht selbst, aber ich kenne einen Sänger, der so richtig selbst singt (ach nee!), der ein Album aufgenommen hat und der auch noch richtig gut ist, einen Geheimtipp sozusagen. Er ist einer der besten Freunde von Mr. L., lebt in Dublin und antwortet sehr wohl auf E-Mails oder Anrufe. Ja, er ist als Sänger noch relativ unbekannt, aber das tut nichts zur Sache, denn eins ist er: Brillant!

 

Cathal Sheahan

Cathal Sheahan

 

Und das war er schon immer. Kennengelernt habe ich ihn vor gefühlt 100 Jahren auf einer typischen Sudentenparty. Hach, während ich das so schreibe, fühle ich mich gleich wie ein olles Urgestein – kaum kam ich – damals noch im Hippie-Look – dort zur Tür herein, begrüßt mich meine Freundin und deutet auf – wie sollte es anders sein – die Leute, die ich in der Bahn eben schon gesehen und für absolut nervig befunden hatte (ich war am Anfang dieses Abends einfach nur eins: mies gelaunt!) und raunt mir zu: „Sieh mal, der Große mit den rötlichen Haaren, der ist doch dein Typ, oder?“ Bis dahin stand ich eher auf groß und dunkel, aber gut, wenn jemand gut aussieht, kann man auch schon einmal umschwenken. Und ja, der große Rothaarige war mein Typ – heute ist er mein Mann. Und der andere irische Typ in der Clique, übrigens dunkelhaarig, war Cathal. Ausgesprochen wird der Name übrigens „Ka-h-al“.

 

 

Irgendwann zu späterer Stunde saß Cathal in der Küche, fing an Gitarre zu spielen und machte die winzige WG-Küche zu seiner Bühne. Einfach so. Sie platzte fast aus allen Nähten (wieso versammeln sich denn zu Partys immer alle in der Küche?), als er einfach drauflos sang. U2`s „One“, Leonard Cohens „Famous blue raincoat“ und Radiohead`s „Creep“ – das Lied, bei dem ich mich übrigens unsterblich verliebte, denn genau zu dem Lied suchte Mr. L. nach mir, steckte seinen Kopf zur Küche herein (mehr Platz war nicht mehr) und wir sahen uns einfach nur an. Bestimmt nur einen Bruchteil einer Sekunde, in meiner Erinnerung dauert der Blick allerdings gefühlte Stunden. 

 

 

Aber was wollte ich eigentlich erzählen? Ja, über Cathal. Dass Leonard Cohen einfach wunderbar singt, ist schon klar. Aber Cathals Stimme finde ich genauso unbeschreiblich. Warm, kraftvoll, und mit so viel Gefühl darin, dass es einem Gänsehaut macht. Ich liebe sein Album, von dem es hier klick ein wenig reinzuhören gibt. Die Texte hat er selbst geschrieben, ein absolutes Talent, auch wenn ihm so viel Lob sicher unangenehm sein wird.  Aber für mich zählt seine Musik unbedingt zum Irischen Herzschmerz, die Zweite!

 

Übrigens: „Fantasy“ ist mein absoluter Favorit – hört mal rein!!

 

 

10. September 2013 von Mrs. Popsock
Kategorien: Schallplattenspieler | Schlagwörter: , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Danke Kirsti! Ich errötete! Hallo an Irischer Herzschmerz (die Erste)! : )

    • Kein Grund, rot zu werden; was gut ist, muss auch so beschrieben werden. Also stell Dich schon ‘mal auf zahlreiche CD-Bestellungen ein;)! Liebe Grüße in meine Lieblingsstadt & an Rachel!!

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